Social Media Vortrag auf der Verleihung des Thüringer Website Awards

Social Media Vortrag auf der Verleihung des Thüringer Website Awards

30. Mrz

In diesem Jahr wird bundesweit zum vierten Mal der NEG Website Award verliehen. Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie prämiert der Preis „Websites von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), welche die Bedeutung des Mediums Internet für ihre geschäftlichen Aktivitäten erkannt haben und die Möglichkeiten des Internets in vorbildlicher Weise nutzen“. Insgesamt ist der Award mit einem Preisgeld von 10.000 EUR dotiert.

Thüringer Website Award 2010 LogoDie Vorauswahl für die Bundesverleihung führen bundesweit 28 Kompetenzzentren durch, darunter auch das Thüringer Kompetenzzentrum eCommerce TheCK, welche die drei besten Websites aus ihrer Region auszeichnen. 2009 schaffte die Cartoon-Website www.nichtlustig.de den Sprung auf der ersten Platz und sicherte sich somit die Teilnahme am Bundeswettbewerb – dort schaffte es die Seite immerhin auf Platz zwei.

Vor kurzem erhielt ich die Anfrage vom TheCK für einem Gastvortrag während der Preisverleihung zum Thema Social Media/Web 2.0. Die Anfrage habe ich gerne angenommen – zum einen ist es mir eine Ehre von so offizieller Stelle nach meinem Know-how gefragt zu werden, zum anderen begrüße ich es, dass das Thema Social Media in diesem Rahmen als wichtig und relevant angesehen wird.

In dem Vortrag werde ich die Perspektiven aufzeigen, die wichtig sind, um Medien sozial zu machen und somit den Nutzwert zu steigern. Obwohl der Punkt „Interaktivität“ schon ein Bewertungskriterium beim Award ist, wird das Thema für viele Teilnehmer noch fremd sein. Möglicherweise ein Grund für eine verpasste Nominierung.

Die Verleihung des Thüringer Website Awards findet am 13. April 2010 ab 18 Uhr in den Räumen der IHK Erfurt statt.

BarCamp – zu welchen Wurzeln wollen wir?

BarCamp – zu welchen Wurzeln wollen wir?

29. Jul

Es ist schon interessant. Die Tage vor dem SocialMediaCamp Berlin wurden begleitet von einer Diskussion über eine Art von Verkommerzialisierung der BarCamps durch Profiteure. Vor kurzem unterhielt ich mich mit @getoliverleon und er beklagte ebenfalls ein Format, was droht in eine Veranstaltung für Schnorrer zu verkommen. Und gestern schob @pixelsebi die Diskussion erneut an mit einem Vorschlag für ein BarCamp Berlin reloaded: Teilnahme nicht bedingungslos möglich, Teilnehmeranzahl begrenzt, keine Sessionvorgaben (Dauer, Inhalt, Art und Weise), verpflichtende Dokumentation und begrenzte Anzahl an Sponsoren. Zuspruch gibt es.

Es scheint also ganz offensichtlich unter einer signifikanten Anzahl der BarCamp-Akteure der Bedarf zu bestehen, etwas am Status Quo zu verändern. Dem würde ich mich sogar anschließen. Der geringe Mehrwert und Output eines BarCamps soll erhöht werden.

Aber genau hier habe ich ein Problem mit der momentanen Stimmung. Es fühlt sich so an, als würde hier versucht eine entstandene Eigendynamik künstlich zu beschränken, in dem sich der elitäre Kreis der Contentmafia gründet. Und jeder, der jetzt möglichst laut schreiend zustimmt hat damit die Aufnahmeprüfung in jenen elitären Kreis bestanden. Aber die Forderung, die Teilnahme einzuschränken ist falsch. Das Problem liegt nicht in den Teilnehmern. Wir müssen hier zwei Dinge unterscheiden:

1. Teilnehmer

Es ist doch gerade die Offenheit des Formats, die viele Leute anlockt, die erst mal in die Szene reinhorchen möchten. Wer sein erstes, zweites oder drittes BarCamp besucht muss doch nicht gleich zwangsläufig eine derart interessante Botschaft mitbringen, die eine eigene Session rechtfertigt. Genau jenes “networking”, welches pixelsebi als Teilnahmegrund ausschließen möchte, ist doch ein unglaublich attraktiver Punkt an einem BarCamp. Durch die für mich geringe Hemmschwelle (keine Teilnahmegebühr) verreise ich eben mal hunderte Kilometer, ohne Sorge zu haben, ich könnte vielleicht nicht genügend Output aus der Veranstaltung mitnehmen. Schon ein, zwei neue Kontakte sind für mich Grund genug. Damit wären wir beim zweiten Punkt:

2. Content/Output

Wieso muss ein BarCamp-Wochenende auf Gedeih und Verderb irgendwelche fertigen Konzepte, Gründungsideen oder Forschungsberichte hervorbringen? Ist es nicht völlig ausreichend, dass man sich an einem Wochenende in einem Team Interessierter zusammen findet und anschließend effiziente Arbeit leistet? Ich bringe da noch mal meine grafische Veranschaulichung ein, wie ich mir die Content-Entwicklung eines BarCamps idealerweise vorstelle:

BarCamp schematisch

30 Tage vor dem BarCamp: sporadische Zusammenarbeit auf einer Plattform. Am BarCamp-WE: konzentrierte, kollaborative Zusammenarbeit. Danach: Vielfalt auf diversen Plattformen

Die Forderung ” jeder Teilnehmer muss eine Session halten” hört sich für mich nach der Sorge an, entweder zu viele freie timeslots oder vermeintliche Nutznießer zu haben, die nur zuhören und nicht selbst sprechen. Auch diese Logik erschließt sich mir nur unter dem o.g. Elitegedanken. Denn zum einen kann ich mich an kein BarCamp erinnern, an dem wir zu wenig Sessions zu beklagen hatten und zu anderen ist die Nur-Teilnahme völlig legitim. Wer will denn vorher wissen, dass ein Teilnehmer, der keine Session hält, nicht aktiv die Diskussion während einer Session voran treibt?

Fazit

Ich denke, die Reduzierung auf ein Wesentliches, was das räumliche und organisatorische Umfeld eines BarCamps angeht, wäre schon völlig ausreichend, um die Qualität der BarCamps aufrecht zu erhalten oder meinetwegen wieder herzustellen. Kein Telekom-Repräsentanzgebäude, kein Drei-Gänge-Menü, keine Tombola. Sondern ein Künstlerhaus mit Chili con carne, wie in Essen, ist doch perfekt! Und wer kommen will, der darf kommen.

SocialMediaCamp Berlin 2009

SocialMediaCamp Berlin 2009

24. Jun

Lgo_SMC2009

Wer sich diesen Donnerstag noch nichts vor hat oder wer Diskussionen über Modelle und die Sinnhaftigkeit vom neuen Buzzword “Social Media” liebt, für den habe ich hier einen Veranstaltungstipp:

Am Donerstag, 25.6.2009

Findet in Berlin auf dem Messegelände das SocialMediaCamp statt. Die Anmeldung ist erforderlich aber kostenlos. Bitte hierfür unter https://eticket.profits-berlin.de/register/4a28ca110ffb7 registrieren.

Ich werde versuchen darüber zu bloggen. In jedem Fall werte ich twittern unter @brandungskieker mit #smcb09

re:publica’09 – ein re:view zu Bundesdatenschutzbeauftragten Schaar

re:publica’09 – ein re:view zu Bundesdatenschutzbeauftragten Schaar

07. Apr

Das war sie also, die re:publica’09. Ich fuhr hin mit großen Erwartungen, geweckt durch die vielen bunten Berichte und multimedialen Schmankerl aus dem letzten Jahr. An unterschiedlichen Stellen wurde schon ausführlich über die Bloggerkonferenz berichtet. Ich kann mich größtenteils der Meinung anschließen, dass die diesjährige re:publica erst etwas an Fahrt gewinnen musste, um interessant zu werden, am zweiten und dritten Tag allerdings einige nachhaltige Highlights vorzuweisen hatte.

Für mich stand im Vordergrund viele Leute wieder zu sehen und den Konferenz-Highlights wie Cory Doctorow, Jimbo Wales und Lawrence Lessig zu lauschen. Insofern waren die Tage für mich erfolgreich.

Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar (c) re:publica

Auf einen Vortrag möchte ich noch mal genauer eingehen: Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar zur aktuellen Lage in Deutschland. Herr Schaar eröffnete den zweiten Tag mit einer Ansprache im Friedrichstadtpalast und den Worten, dass der Datenschutz mal wieder in der Presse sei und das nicht deshalb, weil er besonders gut funktioniere. Sehr richtig. Die aktuelle Situation in Deutschland zeichne sich vor allem durch zahlreiche Baustellen aus. Die hälfte seines Vortrags sprach Schaar über veruntreute Bankdaten, Bonuskarten und Mitarbeiterüberwachung in Unternehmen (gähn). Mit offenbar gutem Grund ging er nur knapp auf die aktuelle Situation des Datenschutzes in der Weblandschaft ein. Die Vorratsdatenspeicherung sei keine Lösung, er wolle ebenfalls keine Zensur durch Sperrung von Webseiten. Auch erkannte er, dass es nicht ausreiche einen Datenschutzgipfel einzuberufen und verwies das Publikum auf ihre Bundestagsabgeordneten, um diesen das Interesse an Datenschutz mitzuteilen.

Grundsätzlich ist es erfreulich, dass Schaar eine nachhaltige Lösung fordert, nämlich durch mehr Bildung im Informationszeitalter zu lehren, dass der Umgang mit Daten zu gestaltet werden soll, dass ein Risiko minimiert wird. Wie dies jedoch konkret aussehen könnte, blieb Schaar den Zuhörern schuldig. Eine erste konkrete Forderung kam von Tim Pritlove (Chaos Radio Express), der sich aus dem Publikum zu Wort meldete, eine Art DRM-System für persönliche Daten einzuführen. Dies lehnte Schaar mit der Begründung ab, dass dies zu kompliziert sei und außerdem dafür eine zentrale Stelle für Daten-Authentifizierung geschaffen werden müsste.

Leider nutzte Schaar seine Rede nicht, um sich mit konkreten Vorschlägen oder Forderungen an die versammelte Webworkerschaft zu wenden. Sieht also leider so aus, als müssten wir erstmal weiter mit Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung, personalisierter Werbung und Spam leben.

Photo under CC BY-NC by Daniel Seiffert

Kollaboratives brainstorming – mind42.com

Kollaboratives brainstorming – mind42.com

01. Feb

mind42logoIch möchte Euch heute ein Online-Tool vorstellen, welches ermöglicht kollaborativ mit ein paar Freunden eine Mind Map zu erstellen, ohne dass man dabei in einem Zimmer sitzen muss: mind42.com. Das Tool ist eine browser-basiert, und unterscheidet sich vor allem in einem Punkt von den vielen weiteren Angeboten im Netz: Es ist vollkommen kostenlos. 

Die Nutzung setzt die Registrierung eines Benutzers voraus, und das wäre auch gleich der erste Kritikpunkt. Eine tiny URL zur Mindmap, ähnlich wie bei Scribblar, wäre besser. Hat man sich einmal registriert und die Bestätigungsmail abgewartet genügt ein Klick auf “Launch Mind42″ und es kann losgehen mit dem brainstormen. Was sich einem präsentiert ist ein rein XHTML-basiertes Userinterface mit selbsterklärender Bedienund. Die nahe liegende Annahme, dass es sich damit auch über das iPhone bedienen ließe, trifft allerdings nicht zu – schade. 

Mind42 Übersicht

Mitdenker lädt man über dessen Mailadresse ein. Der Eingeladene muss sich dann ebenfalls registrieren, um mitarbeiten zu können. Hat man sich zusammengerauft, kann man in Echtzeit zusehen, wie die anderen an der Map arbeiten, d.h. Knoten hinzufügen, die Formatierung ändern oder zu beliebigen Punkten URLs, Bilder oder ganze Dokumente hinzufügen. Wenn die Teilnehmer einen GoogleTalk-Account ihr eigene nennen, können sie diesen nutzen, um untereinander Textnachrichten auszutauschen.

Um die Zusammenarbeit web 2.0-typisch auf die Spitze zu treiben, lässt sich das Projekt auf Wunsch veröffentlichen, um andere Leute mitdenken zu lassen. Ähnlich, wie brainr, nur mit aufwendigerer Optik. 

Mind42 ist eine runde Sache und auch an eine Weiterarbeit nach den kreativen Momenten haben die Macher gedacht. Sie bieten nämlich eine sehr vorbildliche import/export-Funktion. Unterstützt werden derzeit unterschiedliche Grafikformate, Mindjet MindManager (XML) und Freemind.

Fazit:

Mind42 ist ein sehr brauchbares und kostenloses Tool, um kollaborativ zu brainstormen. Der Funktionsumfang ist gerade so, wie man ihn sich wünscht und die Exportieren-Funktion top! Alle Änderungen können die Mitdenker in Echtzeit verfolgen und ggf. selbst ergänzen. Kleiner Kritikpunkt: Die notwendige Registrierung. Sie könnte man auf einen nachgelagerten Zeitpunkt verschieben, wenn man das Projekt tatsächlich schließen und wieder aufrufen können möchte. Wünschenswert für die Zukunft: Eine mobile Darstellung für das iPhone oder eine entsprechende App.