MediaCampus – Stand der Dinge: Phase 2
09. Jun
Nachdem die Idee des MediaCampus über verschiedene Multiplikatoren an die Studentschaft der TU Ilmenau verteilt wurde, kamen auch eine Menge Feedbacks von Studenten. Das Interesse daran, das Projekt MediaCampus zu unterstützen scheint groß.
In zwei ersten konstituierenden Meetings ist sich das Team über ein Grundsatzprogramm einig geworden, nach dem in Zukunft das gesamte Projekt ausgerichtet sein wird. Kernpunkte des Programms lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- MediaCampus als Dachmarke repräsentiert die drei Medienstudiengänge der TU Ilmenau. Das heißt, Medienprojekte die von Studierenden produziert werden und präsentierbar sind, werden in eine Präsentationseinrichtung der Dachmarke aufgenommen und dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- MediaCampus stellt eine Bündelung relevanter Informationen für alle Studierende und Mitarbeiter der Medienstudiengänge der TU Ilmenau dar.
- MediaCampus akquiriert Drittmittel für Forschungsprojekte der Medienstudiengänge
- MediaCampus beherbergt zukünftige Medienprojekte von Studierenden der Medienstudiengänge der TU Ilmenau.
- MediaCampus fördert Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen und dadurch u. a. den Zugang zu Praktikumsplätzen bzw. Jobs
- Zielgruppen sind Studierende der drei Medienstudiengänge, Dozenten und Mitarbeiter der drei Medienstudiengänge an der TU Ilmenau, Unternehmen, die in neue Medienprodukte Forschungs- und Entwicklungsgelder investieren sowie Schüler und Schülerinnen, die sich über Studienmöglichkeiten an der TU Ilmenau informieren möchten
Der bunte Haufen an Projektmitgliedern deckt erfreulicherweise alle notwendigen Kompetenzen zur Umsetzung ab: Konzeption, Wording, Marketingplanung sowie technische Realisierung. Derzeit umfasst das aktive Team neun Personen.
Um MediaCampus umzusetzen wurde das Projekt in Projekte und Metaprojekte aufgeteilt, wobei letzteres die Projekte bezeichnet, die zur Realisierung des MediaCampus notwendig sind, z.B. Eigene Webpräsentation, Imagearbeit, Projekt-Präsentationsplattform.
Step 1 ist nun die Umsetzung der Metaprojekte, um MediaCampus handlungsfähig zu machen, weshalb aus den Metaprojekten konkrete Aufgaben formuliert und Ressorts zugeteilt wurden. Dazu wurde eine Roadmap erarbeitet, um mit MediaCampus planen zu können. Der Plan ist es, Mitte Oktober 2008 alle Metaprojekte lauffähig zu haben. Die Teams um die einzelnen Ressorts arbeiten jetzt eigenverantwortlich.
Mediacampus reloaded
03. FebFrederike ist guter Dinge. Sie hat eine Zusage für eine Stelle in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit in der BMW-Zentrale in München erhalten. Mit dieser Zusage hat sie sich unter fast 50 Bewerbern und Bewerberinnen durchgesetzt. „Wenn man ehrlich ist“, rekapituliert sie, „habe ich schon etwas damit gerechnet, dass sie mich nehmen.“ Die Stimmung im Praktikum sei sehr vielversprechend gewesen. Frederike ist Absolventin der TU Ilmenau, hat „im grünen Herzen Deutschlands“ Angewandte Medienwissenschaften (AMW) studiert. Jeder und jede AMW-Studierende „kauft“ mit seiner Immatrikulation ein Pflichtpraktikum im fünften Semester mit. Damals hat sie, erinnert sich Frederike, knapp 30 Bewerbungen verschickt und konnte sich letztendlich zwischen sechs Unternehmen eines aussuchen. Sie entschied sich für BMW – kann ja nicht schlecht sein für den Lebenslauf. Dass ihr diese Entscheidung später einmal einen Job bringen könnte, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Die TU Ilmenau ist den Personalentscheidern bei BMW durchaus ein Begriff. Die Universität in Thüringen ist bekannt für die guten Fahrzeugtechnikingenieure, die Jahr für Jahr ihr Diplom machen. Bewirbt sich ein Ingenieur aus Ilmenau, wird nicht lange überlegt. Und genau das ist das Problem.
So ähnlich könnte man sich eine Situation auf dem heutigen Arbeitsmarkt vorstellen.
Wäre es nicht viel angenehmer, wenn man als Medienwissenschaftsstudent – ähnlich, wie die Ingenieure – einfach von dem guten Ruf seiner Universität profitiere? Einige Unternehmen arbeiten eng mit der TU Ilmenau zusammen. Darunter namenhafte Kandidaten, wie Audi und Porsche. Wünschenswert wäre dies für den Mediensektor an der TU genau so, nur hat dieser ein Problem: Die drei Medienstudiengänge (Medienwissenschaft, Medienwirtschaft und Medientechnik) werden etwas stiefmütterlich behandelt. Studentinnen und Studenten dieser drei Fachrichtungen machen mittlerweile gut ein Drittel aller Studierenden an der TU aus, spielen dabei eine wichtige Rolle, um die Studierendenzahlen konstant zu halten und dennoch stehen ihnen am wenigsten finanzielle Mittel zur Verfügung (relativ, wie absolut). Dies liegt nicht an einem schlechten Haushalt der Universitätsleitung, sondern vielmehr an fehlenden Drittmitteln der sonst im Geld schwimmenden Medienunternehmen. Progressive Forschung macht das fast unmöglich, eine Spirale nach unten.
Wie es der Gang der Natur mit sich bringt, verlassen Studenten eine Hochschule meistens genau so schnell wieder, wie sie gekommen sind. So hatte dies leider zur Folge, dass das Projekt nach 2006 zum Erliegen kam. Nun hat sich eine Gruppe überzeugter Studenten aus den jüngeren Semestern dazu entschlossen, das Projekt „Mediacampus Ilmenau“ wieder aufleben zu lassen.
Mittelfristiges Ziel des Projektes ist es, alle öffentlichen Medienprojekte unter der Dachmarke zusammen zu fassen und zu präsentieren. Darüber hinaus soll „Mediacampus“ auch Ideengeber für neue Projekte werden und Unternehmen national wie international dazu zu animieren, mit Studenten der TU Ilmenau zusammen zu arbeiten. Ein längerfristiges Ziel könnte sein, Unternehmen anzuregen, sich in der Nähe der TU für gemeinsame Projektarbeit niederzulassen, so wie es bei Hightechunternehmen schon lang Gang und Gebe ist.
Dieses Projektblog wird den Werdegang des Projektes „Mediacampus Ilmenau“ begleiten und umfangreich berichten.
[1] DIE ZEIT: Generation Praktikum
