soup.io – Aufruf zum Suppe salzen!
15. Feb
Was macht man, wenn einem bloggen zu aufwendig und twittern zu trivial ist? Genau, man erfindet einfach etwas Neues. So geht das heute. Das dachten sich auch Christopher Clay und Esad Hajdarevic und entwickelten ein neues Tool, mit dem Namen soup. Soup ist die créme de la créme aus verschiedenen Blogging- und Microbloggingsysteme – und weil das Kind auch einen Namen haben muss, nannten sie es tumble-blog.
Als die Weblogs in den 90er Jahren laufen lernten, hatten sie eigentlich eine Aufgabe, die heute jeder Browser als selbstverständlich vorhandene Funktion anbietet: Die Chronik der besuchen Websites erstellen. Weblogs, eben ein Kunstwort aus Web und Logfile, diente zunächst lediglich als Linkliste und durfte als Linkempfehlung des jeweiligen Autors verstanden werden. Die nackten Links reichten natürlich nicht aus, weshalb eine Beschreibung den Link ergänzte. Im Laufe der Zeit wurden die Beschreibungen immer länger, die Links immer weniger – doch der Grundgedanke, sich zu vernetzen und zu empfehlen, blieb erhalten.
Das Tool soup greift diese Geschichte nun wieder auf. Frei nach dem Prinzip „reduce to the max“ bietet der Dienst dem Benutzer die Möglichkeit Links mit Beschreibungen zu posten. Aber kann heute damit ein Dienst berühmt werden? Eher nicht. Und genau deshalb gaben die Jungs noch etwas mehr Salz zur Suppe und spendierten den Usern die Funktion auch Bilder, Videos oder, ganz simpel, Zitate zu veröffentlichen, zu empfehlen. Damit kann soup eben genau das Bisschen mehr, was man bei twitter (Was ist eigentlich twitter?) und seinen ganzen Klonablegern eben noch vermisst.
Nebenbei ist das Tool natürlich nach allen regeln der modernen Kunst entwickelt worden. Es wurde mit ruby on rails entwickelt und bietet somit ausreichend schicke ajax-Funktionen und sonstige Weichspüler, die man sich so wünscht. Veröffentlichen tut man einen Beitrag, indem man sich einen speziellen JavaScript-Link bookmarkt und den einfach auf der Seite, die man komplett oder auszugsweise verlinken möchte, aufruft. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit mit seiner soup wiederum Feeds zu abonnieren, die dann jeweils als Microblog veröffentlicht werden. Das könnte zum Beispiel auch der eigene twitter-Stream sein. Um sein Salz in die Suppe zu geben muss man sich übrigens nicht registrieren.
Den reduce-to-the-max-Gedanken finde ich persönlich sehr attraktiv und deshalb könnt Ihr ab sofort meine Webempfehlungen und Fundstücker auf http://brandungskieker.soup.io verfolgen – oder selbstverständlich als Feed abonnieren.
Übringens: Der Name Soup.io kommt daher, dass die Entwickler die ganzen modernen web2.0-Namen mit irgendwelchen weggelassenen Vokalen blöd fanden und alle .com, .de oder sonstige gängigen Domains mit soup.* vergeben waren. .io steht eigentlich für Indian Ocean – aber es könnte doch auch input-output heißen oder? Wie passend, für eine social-Soup
