MediaCampus – Rechtliche Gegebenheiten auf der Plattform
24. Apr
Wie schon hier erwähnt steht der Relaunch einer neuen Projektdatenbank bevor, die Interessenten ermöglicht, ihre Projekte selbständig einzugeben und zu pflegen. Neben der eigentlichen Herausforderung, diese Datenbank zu erstellen und sie im Anschluss in das bestehende System zu integrieren, gibt es einen weiteren Aspekt zu berücksichtigen, nämlich den rechtlichen. Seit Beginn dieses Teilprojektes ist klar, dass wir Nutzungsbedingungen erarbeiten müssen, um Missverständnissen von vorn herein aus dem Weg zu gehen.
Das Redaktions-Ressort hat die Aufgabe der Erarbeitung übernommen, weil dieses zukünftig die Moderation der Plattform übernehmen wird. Gemeinsam mit der Redaktionsleiterin konsultierte ich gestern einen wissenschaftlichen Mitarbeiters der Rechtsfakultät der TU Ilmenau. Das Gespräch brachte schnell Aufschluss, warum die Verwendung von Nutzungsbedingungen sinnvoll ist.
- Im Gespräch wurde zunächst klar, dass die Verwendung von Nutzungsbedingungen in jedem Fall gut und professionell ist. Sie sind jedoch nicht zwingend notwendig, weil sich der Begriff des „virtuellen Hausrechts“ zunehmend verbreitet. Im Rahmen dieses Hausrechts hat der Betreiber die Hoheit über Inhalte zu bestimmen.
- Wir sind Betreiber dieser Plattform und auch wenn wir uns weitestgehend liberal verhalten, hat das Gründungsgremium von MediaCampus damals festgelegt, dass wir uns nicht dazu verpflichten jedes Projekt aufzunehmen. Umgekehrt ausgedrückt: Wir behalten uns vor, Projekte abzulehnen und diese nicht zu präsentieren. Dies bezieht sich vor allem auf Projekte, die aus unserer Sicht nicht relevant sind. Relevant sind Projekte, welche die qualitativ hochwertige Arbeit an der TU Ilmenau repräsentieren. Diese „Moderation“ steht uns generell zu, auch ohne die Erwähnung in Nutzungsbedingungen. Um die Spielregeln auf der Plattform jedoch von vorn herein offen zu legen und um Enttäuschungen vorzubeugen, muss dieser Punkt in jedem Fall geregelt sein
- Es ist sinnvoll ein Gremium zu bilden, welches über Zweifelsfälle entscheidet. Um die Akzeptanz der Betroffenen zu erhalten, sollte das Gremium aus Personen bestehen, deren Entscheidungskompetenz nicht zweifelhaft ist und die idealerweise eine Vorbildsfunktion innehaben.
- Die Debatte um Meinungsfreiheit im Internet war selten aktueller, als im Moment. Weblogs, die abgemahnt werden, ganze Wikis und Foren, die geschlossen werden sollen, weil unliebsame Dinge geschrieben wurden. Auch wenn MediaCampus keine solche Diskussionsplattform bietet, könnte die Präsentationsplattform dazu missbraucht werden, um Inhalte zu veröffentlichen, die in irgendeiner Form rechtswidrig sind. Erstrecht die Kommentarfunktion zu einzelnen Projekten wird anfällig für Missbräuche sein. MediaCampus ist bestimmt für die freie Meinungsäußerung. Dennoch haben wir das virtuelle Hausrecht und sind Verfechter „des guten Tons“ und werden dies auch in den Nutzungsbedingungen der Plattform festlegen.
Die Arbeitsschritte nach diesem Gespräch sind klar. Das verantwortliche Team wird vorhandenes Material im Internet sammeln sowie mit Hilfe von Literatur eine Diskussionsgrundlage erarbeiten. Diese wird dann in einem nächsten Schritt mit der Rechtsfakultät erneut besprochen, um evtl. Lücken zu klären oder zu enge Vorgaben ggf. zu lockern. Danach wird ein erster Entwurf von Nutzungsbedingungen erstellt.
MediaCampus ist eine studentische Initiative an der TU Ilmenau, im Besonderen der drei Medienstudiengänge. Die Initiative hat als Ziel, die Kommunikation zwischen vier wichtigen Zielgruppen herzustellen: Studierende der TU, Mitarbeiter der TU, Studieninteressierte und Unternehmen. Um das Ziel zu erreichen, entwickelt MediaCampus verschiedene Instrumente. Eines davon ist eine Plattform mit Präsentationen von Medienprojekten, die an der TU Ilmenau entstehen oder entstanden sind. Angesprochen werden mit dieser Plattform in erster Linie Studierende, die ihre Projekte langfristig gegenüber Unternehmen und Studieninteressierten präsentieren möchten.
Ein Herz für Blogs
21. AprKai Müller vom stylespion kommt mal wieder mit einer schönen Idee um die Ecke: Heute, am 21.04.2009, veröffentlichen alle Blogs die mögen ihre Favorites in der deutschsprachigen Bloglandschaft. Hier habe ich mal drei Favorites aus meinem Feedreader gegriffen, alpha-Blogger werden ignoriert.
Pudoblog
Friedrich Lindenberg, Student der Angewandten Medienwissenschaft in Ilmenau (genau wie ich) beschäftigt sich unregelmäßig, dann aber tiefgründig mit Medienthemen, wie der (Un-)Sinn von twitter. Dabei geht er auch gerne mal hypothetisch vor und lässt sich nicht von vorgegebenen Denkmustern einschränken. Wer mal über den Tellerrand schauen möchte oder Denkanstöße sucht, sollte hier vorbeischauen.
Web 2.0 & Recht von Dr. Carsten Ulbricht
Dr. Ulbricht habe ich auf dem BarCamp Jena 2007 kennengelernt, wo er eine sehr aufschlussreiche Session über die Reichweite von Haftung deutscher Blogger sprach. Sein Blog behandelt ebenfalls solche Themen, die durchweg einen gut recherchierten und fundierten Eindruck machen. Ich bin wahlig kein Jurist, weshalb mein Urteil sicher nicht allgemein gültig ist. Aber Zusammenhänge und Quellen geben immer wieder Anstoß zum Nachdenken und recherchieren. Wusstet Ihr z.B. schon von der Unternehmergesellschft (UG), welche die deutsche ur-GmbH reformieren soll und seit Juni 2008 existiert?
St. Oberholz
Eigentlich schade, dass den Gästen der einschlägigen Medienszenekneipe in Berlin, dem St. Oberholz, so wenig verloren geht. Sonst hätten die Macher des Blogs nämlich mehr zu schreiben und ich mehr zu lachen. In wunderbaren Anekdoten und ersponnenen Geschichten zu den Fundstücken der Gäste schreiben hier die Leute vom St. Oberholz.
CC-Lizenz in bezahlten Auftragsarbeiten?
16. JanCreative Commons License 3.0
Die besten Ideen kommen der Legende nach in der Kneipe. In der Pappbecher-Gesellschaft wahlweise auch im Coffeeshop. Vielleicht ist was dran, denn bei einer Kneipenunterhaltung mit Pudo neulich, brachte er mich auf die Idee, meine “Werke” wieder zurück in den Kreislauf zu geben. Mittlerweile sind insbesondere einige WordPress-Themes aus meiner Feder entsprungen. Eigentlich halte ich es für sinnvoll, diese Werke auch anderen zugänglich zu machen. Dieses tu ich nun zu erst mit diesem Blog.
Die moderne Lösung für die Zusammenarbeit im kreativen Kreislauf nennt sich Creative Commons. Die Non-Profit Organisation arbeitet seit 2001 daran, weltweit einheitliche Lizenzmodelle zu entwerfen, unter denen man eigene Werke veröffentlichen kann. Ziel ist es, kreative Werke zur weiteren Benutzung zugänglich zu machen. Für dieses Blog ist das ohne Frage ein mögliches Modell, was ich auch ab sofort für sinnvoll erachte.
Arbeit aus Kundenaufträgen ebenfalls mit CC-Lizenz?
Die Frage, die sich mir momentan aufdrängt, ist, inwieweit ich Auftragsarbeit von Kunden auch unter CC-Lizenz setzen kann. Hier trifft man auf ein Interessenkonflikt. Zum einen ich als Agentur, welche die kreative Arbeit durchführt, dafür bezahlt wird und durchaus ein Interesse daran haben könnte, dass sich Ideen verbreiten – und das auf regulierte Art und Weise. Wenn bspw. ein Design geklaut wird, ist das ärgerlich. Wenn wenigstens der Urhebername darunter steht, könnten darüber neue Kontakte entstehen.
Die andere Seite ist der Kunde. Es gibt bestimmt viele Kunden, welche die Exklusivrechte an einem Werk halten wollen. Erst recht, wenn er dafür gezahlt hat. Rechtlich unmöglich ist es, von Seiten der Agentur ohne Abstimmung auf eine Kundenwebsite das Design unter eine CC-BY-SA-Lizenz zu setzen.
Man müsste sich von vorn herein über die weitere Verwendung der Werke mit dem Kunden einigen. Und Ziel sollte es sein, nicht alle Rechte beim Urheber zu belassen. Deshalb die Frage: Gibt es Modelle, wie man sich in einem Angebot an den Kunden von vorn herein auf eine CC-Lizenz festlegt unter der das Werk zukünftig veröffentlicht wird? Wer hat da Erfahrung?
eLearning-Plattform Moodle ohne Datenschutzrisiko nutzen
30. MaieLearning ist eine feine Sache. Man spart sich viele Wege, lernt in seinem eigenen Tempo, kann Passagen überspringen, die einen nicht interessieren oder einfach Begriffe nachschlagen ohne dass während dessen der Vortrag weiter läuft. Nur scheinen sich manche Entwickler solcher eLearning-Plattformen der durchaus wichtigen Datenschutzdebatten bislang entzogen haben. Anders lässt es sich nicht erklären, warum die Entwickler der Plattform Moodle ein Reportingtool programmiert haben, welches Statistiken über Kurse nicht anonym, sondern personenbezogen erstellt. Im Klartext: Moodle protokolliert jeden Klick jedes einzelnen Benutzers: Kursbesuch, Forumaktivität, Profiländerungen usw. Dies ist so nicht hinnehmbar.
Z. B. das Thüringer Datenschutzgesetz (ThürDSG) erlaubt, personenbezogene Daten zu erheben und zu verarbeiten, wenn es zur rechtmäßigen Aufgabenerfüllung der Universität in der Ausbildung von Studenten dient (§§ 19 und 20 ThürDSG). Doch leuchtet in diesem Fall die Notwendigkeit der personenbezogenen Daten in keiner Weise ein. Eine einfache Statistik würde völlig ausreichen. Deshalb an dieser Stelle eine Kurzanleitung, wie man sich in Moodle anonymisiert.
- Ziel ist es, ein Rauschen zu erzeugen. Das heißt, die Daten der Statistik so zu manipulieren, dass sie letztendlich keinen Aufschluss über einzelne Personen zulassen. Dazu ist es sinnvoll, dass sich alle Teilnehmer einer Moodle-Plattform den gleichen Namen geben.
- Einloggen bei Moodle mit Benutzernamen und Passwort
- In der oberen rechten Webseiten-Ecke auf den eigenen Namen klicken. Man kommt nun zu seinem Profil
- Auf Profil bearbeiten klicken
- Wir wollen uns alle Susanne Lehmann nennen. Dies unter Vor- bzw. Nachname eintragen
- Als eMail-Adresse eignet sich immer hervorragend bla@aol.com – sucht Euch irgendeine beliebige eMail-Adresse aus
- Unter Ort kann der Ort der Uni stehen bleiben. Das ist ja kein Geheimnis
- Bei der Beschreibung reicht die Eingabe eines Leerzeichens
- Nach unten scrollen und auf Profil aktualisieren klicken
Das war’s. Jetzt kann niemand mehr Rückschlüsse auf Dich ziehen. Im Forum kannst Du selbstverständlich weiterhin posten. Natürlich jetzt unter neuem Namen.
Noch was: Moodle bietet keine Möglichkeit das eigene Profil automatisch zu löschen. Wenn Du Dein Profil gelöscht haben möchtest, musst Du dazu eine Mail an den Administrator schicken.
BarCamp Jena – Diskutieren in einer anderen Sphäre
13. FebAm Wochenende um den 9. Februar besuchte ich mit Thomas und Marcel (eLearning2null-Blog) das BarCamp Mitteldeutschland in Jena – mein erstes BarCamp. Veranstaltungsort war die 27. Etage des Intershoptowers im Zentrum der “Stadt der Wissenschschaft“.
Mehr oder weniger wissenschaftlich ging es auf der Veranstaltung her, interessant und aufregend war es zu jeder Zeit. Diejenigen, die mit dem Begriff BarCamp nicht vertraut sind sei dies kurz erklärt: Ein BarCamp ist ein “Unkongress” mit offenen, partizipativen Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt werden. Es werden keine Vorträge, sondern “Sessions” gehalten und man nutzt so das Potential, was auf herkömmlichen Kongressen in den Kaffeepausen entsteht und lässt daraus eine eigene Veranstaltung wachsen.
Ich glaube grundsätzlich hat man auf BarCamps mit einem Problem zu kämpfen: Es gibt mehr interessante Sessions, als man besuchen könnte. Man muss sich also entscheiden – meine Entscheidung brachte folgende fünf Sessions hervor:
Session 1: Recht im web2.0. Die einleitenden Worte und eine Vorgabe für Diskussionen gab RA Dr. Carsten Ulbricht vom rechtzweinull-Blog. Thematische drehte es sich um die Problematik, der sich jeder Betreiber von Websites mit User Generated Content auseinandersetzt – also auch jeder Blogger, jede Bloggerin.
Kernaussage war, dass man aufgrund des anonymen User Generated Content als Betreiber als “Mitstörer” von Geschädigten angesprochen werden kann. Dies ist zum Beispiel bei Persönlichkeitsverletzungen Dritter in Kommentaren eines Weblogs möglich. Aktuell hat Stefan Niggemeier eine Auseinandersetzung mit eben diesem Problem. Wichtig zu wissen ist es hierbei, dass man nur haftet, wenn man als Betreiber Kenntnis über den Rechtsverstoß hat. Als “normal”-Blogger sollte laut Dr. Carsten Ulbrich ein Zeitraum von 24 Stunden reichen, um auf rechtswidrige Kommentare zu reagieren und sie zu löschen. Im Fall von Niggemeier reichte allerdings ein Zeitraum von 7,5 Stunden nicht aus. Ursache hierfür lag in einem bewusst provokant geschriebenen Artikel, der angeblich dazu einlud, rechtswidrige (persönlichkeitsverletzende) Kommentare zu posten.
Abschließend gab Carsten noch ein paar Praxistipps: Zum einen sollte man sich mit der Thematik der “negativen Festestellungsklage” auseinandersetzen, wenn man zu unrecht abgemahnt wurde. Man hat dadurch den Vorteil sich ein Gericht auszusuchen, das verhandelt und kann somit Gerichte meiden, die in Vergangenheit durch besonders harte Urteile aufgefallen sind, wie z.B. das LG Hamburg.
Der zweite Teil der Session handelte von der Verwertung von User Generated Content. Ein spannendes Thema! Dazu hat Carsten aber selbst gerade einen Artikel veröffentlicht.
Session 2: Lustige Fragerunde zum Thema SEO. Die Session hielt Stefan Peter Roos von ProudMusic. Jeder durfte Fragen stellen und Stefan beantwortete fleißig.
- Domains. Mehrere Domains mit gleichem Content werden von Google nicht als Spam klassifiziert aber rauben sich u.U. gegenseitig Traffic. Sinnvoll bei doppeltem Content ist ein 301er Forwarding per htaccess. Duplicated Content ist in jedem Fall als schädlich anzusehen und sollte deshalb vermieden werden. Für WordPress gibt es leistungsstarke PlugIns, die verhindern, dass Robots über verschiedene Pfade zu gleichem Content gelangen
- Webstandards. Sind zwar sinnvoll, für Google allerdings nicht primär wichtig
- Source-Sorting. Ist sinnvoll. Der Content mit relevanten Keywords sollte im Quellcode oben stehen.
- Longtails. Longtailanfragen aus Server-Logfiles sollte man ruhig beachten und versuchen sie durch Beiträge zu bedienen. Sie liefern langfristig höheren Traffic.
- <h>-Tags. Es gibt keine eindeutige Nachweise aber es ist möglich, dass h2- und h3-Headlines für Google relevanter sind, als h1-Headlines
- Vertragen sich Flash und SEO? Google wird schlauer und ist teilweise schon in der Lage Text aus Flash-Websites herauszufiltern und zu spidern. Allerdings steckt diese Technik noch in den Kinderschuhen. Wichtig ist zu beachten, dass die interne Linkstruktur dabei noch völlig missachtet wird
- Warum sind Blogs so hoch gerankt? Blogs machen vieles richtig bei der SEO. WordPress macht selbst out of the box schon gute SEO. Dazu kommt, dass Google Aktualität der Artikel hoch bewertet. Generell bieten Blogs viel Content.
- Google abonniert RSS-Feeds. Durch die RSS-Feeds, die bei Blogs über neue Artikel informieren, sind die Einträge bei Google häufig sehr schnell gespidert. Das bedeutet für die Rankinganalyse eine hohe Autorität.
Session 3: Mobile Web 2.0. Initiator war Benno Bartels von insertEffect. Grundthematik der Session war “Was mach Sinn, was macht Spaß?”. Interessante Neuigkeiten für mich waren, dass es Dienste gibt, die als eine Art Mobile-Proxy dienen und sowohl teilweise optimierte Websites, als auch konventionelle Websites für Mobile Devices “herunterrechnen”. Dazu zählt z.B. Sevenval. Werde ich mir bei Gelegenheit mal genauer ansehen.
Des weiteren war mir bislang nicht so bewusst, dass Mobile Devices für die direkte Umsatzgenerierung durchaus geeignet sind, weil es durch die Bezahlung über die Telefonrechnung einen direkten Abrechnungskanal gibt.
Session 4: Widgets. Vorgetragen von Sven Dietrich von Qype. Eigentlich sollte es in der Session um die gewaltigen Möglichkeiten und Potentiale von Widgets gehen. Letztendlich war es aber mehr oder weniger eine Diskussion über das Geschäftsmodell von Juicywalls. Ein Anbieter zum Online-Designen seiner Tapeten. Interessantes aus dem Vortrag: Es gibt Webservices, die es einem ermöglichen Flashwidgets aus fremden Webangeboten zu basteln und die dann wiederum irgendwo einzubinden. Zum Beispiel im eigenen Blog oder als Application in Facebook. Solche Services sind: Widgetbox, Clearspring oder Sproutbuilder. Letzteres Tool befindet sich noch im Betastadium (wie so vieles im web2.0) und ist leider nur nach Invite zu benutzen. Sieht aber sehr viel versprechend aus, weil es einen WYSIWYG-Editor zur Erstellung der Widgets bietet.
Session 5: Social Project Management oder was ist so sinnvoll an der Inbox-zero? Gehalten von Mr. BarCamp-Jena himself: Lars Zapf. Das Thema ist viel zukomplex, um es hier zusammenzufassen. Nur so viel sei gesagt, dass es darauf hin abzielt, Hierarchien in Projektteams abzubauen und mithilfe von Webapplikationen sich im Team zu organisieren. Hinzu kommen Tipps gegen Faktoren, die einen vom Work-Flow ablenken, wie z.B. das häufige Abrufen von E-Mails. Das Ergebnis soll sein, dass man nur maximal zweimal am Tag seine Mails abruft (weg von push, hin zu pull), diese dann konzentriert abarbeitet und anschließend löscht, bzw. wegsortiert, sodass danach die Inbox keine Mail mehr aufweist. Sinn ist es, den “Bugwelleneffekt” zu verhindern, dass man ständig Aufgaben vor sich herschiebt, alles gleichzeitig macht und letztendlich nicht effektiv ist.
In jedem Fall ein interessanter Ansatz. Er löste allerdings – zu recht, wie ich finde – eine kontroverse Diskussion aus. Wie erkläre ich es meinen Kunden/Geschäftspartnern, dass ich meine Mails nun nur noch, sagen wir, um 12 und 16 Uhr abrufe? Nicht mehr permanent erreichbar bin? Und: Lasse ich mich wirklich von Mails ständig ablenken? Letztendlich kommt es wohl immer auf die persönliche Arbeitsweise an. Aber der Erfolg des Produktes Workity, welches genau diese Organisation unterstützt, spricht Bände.
Mein persönliches Fazit für dieses BarCamp fällt äußerst positiv aus. Selten zuvor habe ich in so kurzer Zeit so viele interessante neue Leute kennengelernt bzw. Leute, die man zuvor nur virtuell kannte, persönlich kennengelernt. Hinzu kamen überaus interessante Themen und Diskussionen, die ich gerne weiter geführt hätte. Dazu ist ja aber auch das web2.0 da, um diese Diskussionen weiter zu führen.
Nach der dritten Session hatte ich noch das Gefühl, ewig weitermachen zu können, wohingegen ich nach der fünften Session dann doch ziemlich in den Seilen hing. Bei nächster Gelegenheit möchte ich auf jeden Fall den BarCamp-Sonntag auch noch mitnehmen, was diesmal aufgrund anstehender Prüfungen leider nicht möglich war. Dort soll es nochmal sehr viel familiärer zugehen und noch mehr persönliche Gespräche zulassen. Dazu wird es in Zukunft eine Reihe von Möglichkeiten geben. Der BarCamp-Kalender ist rappelvoll.
Generell hat mir das BarCamp-Konzept sehr zugesagt. Diese gemütliche und unkomplizierte Atmosphäre ist sehr gesprächsfördernd und durch die vielen gleichgesinnten Leute hat man das Gefühl über alles reden zu können. Ich habe viele interessante Aspekte kennengelernt und wieder einmal mehr Motivation geschöpft, an meinen aktuellen Projekten engagiert weiterzuarbeiten, weil es offenbar immer Leute geben wird, die sich dafür interessieren. Eines dieser Projekte ist ja das EduCamp, für das wir natürlich sehr viele wichtige Eindrücke mitgenommen haben. Ich freue mich darauf, viele Leute vom BarCamp in Jena im April auf dem EduCamp wiederzusehen!


