StudiVZ: größter Bullshit seit Erfindung des Social Networks

StudiVZ: größter Bullshit seit Erfindung des Social Networks

14. Feb

StudiVZ mahnt ErstiVZ ab.Soviel vorweg: Peter Grosskopf (brainR), Betreiber des Studentenanfänger-Portals der Uni Münster ErstiVZ wurde von StudiVZ abgemahnt. Begründung: Das VZ im Namen verletze Kennzeichenrechte. D. h. Leute kennen StudiVZ und könnten denken, ErstiVZ hätte damit was zu tun. Die Abmahnung kam ohne Ankündigung, der Streitwert beträgt zur Zeit 2.000 Euro. (Quelle: Twitter [14.02.2008] und Peter himself)

Auf meine Nachfrage hin, bestätigte Peter Grosskopf, dass es sich um eine Plattform handele, die keine kommerziellen Interessen verfolge. Er engagiere sich an der Uni Münster im Bereich Wirtschaftswissenschaften für die “Orientierungswochen”. Mithilfe der Plattform solle Erstsemester der Einstieg ins Studium erleichtert werden.

“Das ErstiVZ gibt die Möglichkeit, sich in Gruppen zu organisieren, um sich mit seinen Mentoren (ältere Semester) auszutauschen. Darüber hinaus wurde eine Linkliste angeboten, wo die Erstis auf einer Map sehen können, wo sich bspw. bestimmte Hörsäle befinden. Das Angebot hat sich klar vom StudiVZ abgegrenzt und sogar auf dieses verlinkt, weil die Nutzung des ErstiVZ nur für die ersten Wochen des Studiums gedacht war.”

Seit Einstieg des Holzbrinck-Verlages verhalten sich die StudiVZ-Betreiber immer irrationaler. Die letzte große Negativschlagzeile machten sie mit ihren umstrittenen Maßnahmen zu personalisierter Werbung, die nur aufgrund des massiven Drucks der Presse und nicht zuletzt vieler Weblogs deutlich entschärft wurden. Offenbar haben sie nicht nur nicht verstanden, wie echtes social networking im web2.0 funktioniert (siehe facebook), sondern auch total verschlafen, dass es offenbar um ein miteinander geht. Was StudiVZ da betreibt ist ein gegeneinander.

Der Mehrwert des Studentennetzwerkes StudiVZ war mir seit längerem schleierhaft. Viele sind bei der Einführung der neuen AGBs, welche die Werbemaßnahmen legitimierten, ausgestiegen und haben sich abgemeldet. Ich spielte auch mit dem Gedanken. Diese Abmahnung ist für mich nun das i-Tüpfelchen. Wer sich dermaßen unkollegial in der modernen Internetwelt verhält, verdient den Boykott. Ich habe soeben meinen Account bei StudiVZ gelöscht und rufe dazu auf, es mir nachzutun.

Peter Grosskopf wartet nun ab, ob StudiVZ die Abmahnung zurückzieht. Sollte dies nicht der Fall sein, wird er eine Spendenseite einrichten, auf der dann alle dazu aufgefordert werden, zu spenden, um die Abmahnungssumme zahlen zu können. Spendenaktionen dieser Art haben in der Bloggerszene schon häufiger funktioniert.

Ich wünsche Peter und den Leuten bei ErstiVZ viel Glück im Kampf mit dem großen StudiVZ und denke die Solidargemeinschaft Web wird sowas nicht einfach hinnehmen. Weiter denke ich, dass es nicht schaden könnte, wenn auch Ihr über diese Misere berichtet.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.