EduCamp 2008 – ein Rückblick
24. AprDas war es also, das erste deutsche EduCamp und eines der ersten Themen Camps mit BarCamp-Konzept überhaupt. Rund ein halbes Jahr konkrete Planungszeit wurde investiert, um Gäste zu laden, Sponsoren zu finden, Logistik und Infrastruktur zu schaffen und die Promotion zu entwickeln. Was dabei raus kam, lässt sich diese Tage in der deutschen Weblogwelt umfangreich nachlesen. Hier nun aber ein erstes Resümee von mir.
Am Freitag ging es los, nachdem die ersten Teilnehmer eingecheckt hatten, mit einer Podiumsdiskussion, die es in sich hatte. Angedacht waren 90 Minuten, in denen sich die Podiumsdiskussionsteilnehmer vorstellten und Fragen gestellt wurden. Es wurden rund 135 Minuten daraus. Viele Teilnehmer rutschten gegen Ende schon unruhig auf ihren Sitzen in Audimax umher – die menschlichen Bedürfnisse meldeten sich ebenfalls zu Wort. Bei der Infrastruktur der Diskussion wurden alle Register gezogen. Nicht nur, dass Prof. Kerres von der Uni Duisburg-Essen per Livestream dazugeschaltet wurde und auf einer 5 Meter großen Leinwand über den Köpfen der andere thronte, die ganze Veranstaltung wurde dabei auch noch live ins Internet gestreamt, wodurch alle Interessierten der Diskussion beiwohnen konnten. Ermöglicht wurde dies durch die Forschunsgemeinschaft elektronische Medien (FeM) der TU Ilmenau, welche die Regie stellte, um die vier fest installierten schwenkbaren Kameras im Audimax zu steuern.
Im Anschluss fanden sich alle Teilnehmer im Foyer des Audimax ein, um bei ein paar leckeren Canapées und A Capella-Livemusik den Abend ausklingen zu lassen. Im Grunde genommen entstand hier die erste inoffizielle Sessionrunde.
Am Samstag, dem 2. Tag, wurde mir dann spontan die Aufgabe übertragen, das den ersten BarCamptag des EduCamps offiziell zu eröffnen, den Teilnehmern noch einmal die wenigen Regeln zu erklären und sie anschließend auf die Sessiontafel los zu lassen. Die Annahme, dass sich vielleicht ca. 10 Leute für eine Session melden wurde sofort übertroffen, als sich fast der halbe Hörsaal erhob und auf die Bühne eilte, um seine Session vorzustellen. Absolut beeindruckend!
Es folgten diverse interessante Sessions mit einer schier unglaublichen Themenvielfalt, die (so soll es sein) als Anregungen dienten und nun eifrig weiter diskutiert werden.
Da ich nun mal für die Promotion und das “Corporate” Design verantwortlich war, freut mich das zahlreiche positive Feedback hierzu natürlich besonders. Ich kann nur sagen: Empfehlt mich weiter
Aber auch sonst ist das Feedback schier umwerfend. Alle Teilnehmer wurden die ganze Zeit mit Speisen und Getränken versorgt, das kulturelle Rahmenprogramm kam sehr gut an und offenbar harmonieren die Themen rund ums eLearning hervorragend mit dem BarCamp-Konzept. Wenn ich mal eine vorsichtige Prognose abgeben darf, dann wird sich dieses Konzept noch viel mehr in allen “geisteswissenschaftlichen” Fachbereichen durchsetzen und konventionelle, viel zu überteuerte, Kongresse immer mehr ablösen. Ich würde es mir wünschen!
Hier nun noch eine Linksammlung interessanter Berichte übers EduCamp:
- Offizielle EduCamp 2008-Website
- Berichte auf media-ocean.de (Steffen Büffel)
- Filme mit Interviews
- getwittert wurde natürlich auch fleißig
- Diverse Fotos vom EduCamp
- Das Bewerberblog zieht ein Resümee
EduCamp 2008 – es geht los!
18. Apr
In wenigen Minuten startet das erste BarCamp mit Themenschwerpunkt Education in Ilmenau. Starten wird der “Un-”Kongress mit einer Podiumsdiskussion, an der viele Teilnehmer mit Rang und Namen über die verschiedene Themen rund um web2.0 und eLearning diskutieren werden. Die Diskussion kann live im Internet verfolgt werden unter http://streaming.fem.tu-ilmenau.de/educamp/
Nebenbei wird eine Twitterwall laufen (danke an Dennis Morhardt von twitterwallr). Die Teilnehmer haben darüber die Möglichkeiten in Echtzeit Kommentare zu der laufen Diskussion abzugeben. Wer einen Kommentar schreiben möchte, benötigt einen twitter-Account und muss den User ec08 followen. Wichtig: Die eigenen Twitter-Nachrichten dürfen nicht “protected” sein!
EduCamp – oder: immer diese Änderungen in letzter Sekunde
02. Apr
Eine Besonderheit am EduCamp ist, dass es einen thematischen Schwerpunkt hat, welcher von dem eines “klassischen” BarCamps abweicht. Wohingegen auf einem BarCamp überwiegend Teilnehmer aus der neuen Webszene anwesend sind und von der unkonventionellen Kongressform nicht überzeugt werden müssen, sind die Adressaten des EduCamps weiter verstreut und müssen für dieses Event “gelockt” werden.
Ein Teil des Promotionkonzeptes ist es somit, Plakate an den thüringer Universitäten aufzuhängen, um damit Studenten anzusprechen, die nicht täglich alle einschlägigen Newsseiten der neuen Webszene abgrasen und die, die von einem mixxt-Netzwerk noch nie etwas gehört haben. Da ist es naheliegend das Plakat so zu gestalten, dass es Aufmerksamkeit erzeugt, neugierig macht und nachhaltig Interesse weckt. In zwei Meetings entwickelten Laurin und ich also ein Konzept für das Plakat, welches natürlich Inhalt, Layout, Fotos und vor allem Dingen einen auffälligen Teaser beinhaltete: Thematisch auf dem BarCamp aufbauend und vor allem Aufmerksamkeit “erhaschend”:
“Kaffeepausen addicted? Keine Pausendiskussion ohne Dich?”
Dieser Teaser hat eine eindeutige Funktion: Aufmerksamkeit erzeugen, die Augen auf das Plakat lenken.
Über die Tage hinweg wurde viel an dem Plakat herumgewerkelt, mit und ohne mir. Beim schlussendlichen Meeting mit den anderen Orgamitgliedern, bei dem ich leider nicht dabei sein konnte, kam allerdings auf einmal der besagte Teaser wieder auf den Tisch. Eine mittenmal vorhandene Mehrheit stellte fest, dass der Teaser thematisch zu sehr vom EduCamp abweicht und wurde deshalb ohne meine Zustimmung abgewandelt in “Education addicted? Keine Pausendiskussion ohne Dich?”. Meiner Meinung nach verliert der Teaser dadurch völlig seine “Brisanz” und wirkt eher abgedroschen und langweilig.
Dieses Beispiel ist ein typischer Fall für Änderungen, die das Ergebnis “verschlimmbessern” und den Bezug zur ursprünglichen Idee bzw. der ursprünglich angedachten Wirkung völlig verlieren.
Ich erlebe diese “Änderungen in letzter Sekunde” häufiger, kenne sie auch noch aus meiner Ausbildungszeit und stelle immer wieder fest, dass dies meistens unüberlegt passiert und den Bezug zur ursprünglichen Idee verliert. Kennt Ihr das auch? Was sagt Ihr dazu?
EduCamp 2008 – Stand der Dinge 2
18. Mrz
Es geht weiter mit der Planung für’s EduCamp. Die Sponsorenakquise ist so gut wie abgeschlossen.
Was noch fehlt, sind Plakate und Folder für die Werbung von Studenten, die auch kommen sollen, wenn sie noch BarCamp-unerfahren sind.
Wir haben uns die Arbeit geteilt: Laurin wird das Plakat gestalten, ich hingegen den Folder. Bei letzterem müssen wir sehen, ob die Sponsorengelder zum Druck ausreichen. Aber da der Folder ein Teil unseres Konzeptes ist, für das wir benotet werden, wird er auf jeden Fall gestaltet und nach Fertigstellung hier zum Download zur Verfügung stehen.
Das Plakat wird in der ersten Aprilwoche in allen Thüringer Universitäten ausgehängt und soll mit einem humorvollen Spruch auf sich aufmerksam machen sowie Interessenten über Veranstaltungsdatum und -ort informieren.
Der Folder hingegen wird sowohl Informationen zu der Veranstaltung beinhalten, die im Voraus relevant sind. Darüber hinaus soll der Folder auch während der Veranstaltung nützlich sein: Über den Veranstaltungsablauf informieren und eine freie Fläche bieten, die man als Timetable nutzen kann. Wer schon einmal auf einem BarCamp war, wird dies zu schätzen wissen.
So long, stay tuned …
“Die Welt” über das BarCamp-Format
23. FebEin neues Kongressformat mit hohem Suchtpotential macht sich in Deutschland breit. Dieses Wochenende läuft gerade das erste BarCamp in Hannover. Die nächsten Monate werden einige weitere BarCamps in Deutschland stattfinden und auch das EduCamp wird auf diesem Kongressformat aufbauen.
“Die Welt” veröffentlicht heute in Ihrer Printaushabe einen Artikel über das Mitmach-Konferenzformat “BarCamp”. Der Artikel ist ebenfalls online erschienen. Wer das Prinzip sich nochmal vergegenwärtigen möchte, sollte diesen gut geschriebenen Artikel einmal lesen.

