Datenschutz – um jeden Preis?

Datenschutz – um jeden Preis?

21. Jan

“Ich habe nichts zu verbergen!” – ein Satz, der jeden engagierten Datenschützer zum rasen bringt. Natürlich hat der rechtbewusste Bürger nichts zu verbergen. Rechtfertigt diese Tatsache noch lange nicht, seine Daten preisgeben zu müssen, erst recht nicht, um damit übermotivierten Politikern die Nahrung für den gläsernen Bürger zu liefern. Die Unschuldsvermutung gilt auch zu Zeiten von Internet und modernem “social networking”. Nur scheinen manche engagierte Hüter des Datenfriedens in ihrer Meinung eine Mission zu sehen und ihr Prinzip ohne Verstand zu verteidigen.
Beschäftigt man sich mit Weblogs, passiert man früher oder später die Thematik Impressumspflicht nach § 5 Telemediengesetz (TMG) und § 55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RStV). Daraus geht hervor, dass man als Betreiber eines Weblogs dazu verpflichtet ist, ein Impressum anzugeben, aus dem ersichtlich ist, wer für die Inhalte des Weblogs verantwortlich ist.

Fragt man verschiedene Experten aus der Branche (z.B. SpOn-Interview), so wird das Networking auf Basis des Internets in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. In meinen Augen ist es deshalb absolut notwendig, dass in der gegenwärtigen Ausbildung auf diesen Trend nicht nur hingewiesen wird, sondern Applikationen aus der modernen Welt getestet und ausprobiert werden müssen. Dieser Idee folgte auch (m)ein Tutor und Promotionsstudent der TU Ilmenau und lud alle Studierende des Faches “Elektronische Dokumente” dazu ein, sich einen Weblog anzulegen, um ihn als E-Portfolio zu nutzen (siehe auch Warum ein E-Portfolio?).

Nun gibt es allerdings Kommilitonen, die es immer wieder verstehen, durch denunziantische Paragraphenreiterei mit dem Hinweis auf das Grundrecht der informellen Selbstbestimmung den Lehrenden jede Grundlage zu nehmen, sich und die Studierenden progressiv an die Welt der neuen und modernen Medien heranzuführen. Diese Personen müssen sich einfach darüber bewusst sein, dass ihre Haltung unterhaltsamen, zukunftsorientierten Unterricht unmöglich macht.
Hinzu kommt, dass die häufig geprädigte Unschuldsvermutung einfach mal frech umgedreht wird. Denn die engagierte Universität, wird – vertreten durch den Dozenten – pauschal dazu verurteilt, Daten erhaschen zu wollen und den Studierenden unüberlegt ihre personenbezogenen Daten ins Internetnirvana zu schicken. Schon mal überlegt, dass diese Idee des Weblogs der Zukunftsorientierung dient und dass Informationen über Name und Adresse in etwa so sensibel, wie Hornhaut der Füße meines Urgroßvaters sind?

Ich möchte mich ganz klar dafür aussprechen, auch weiterhin (nicht nur an unserer Universität) neue Medien zu lehren und Studenten dazu zu animieren, diese auch in der Praxis zu verwenden. Jeder kann sich immer noch dazu entscheiden, sie später nicht zu nutzen.

Warum ein E-Portfolio?

Warum ein E-Portfolio?

08. Jan

Die ersten Monate des Studiums der angewandten Medienwissenschaften sind um und es geht stark auf die erste Klausurphase zu. Angestoßen durch das Fach “Elektronische Dokumente” (Blog) wurden alle Studenten dazu aufgefordert, sich einen Weblog anzulegen und diesen als E-Portfolio zu verwenden. Dieser Aufruf löste sofort die üblichen kritischen Stimmen von Blog-Gegnern und all denen mit Angst vor “Exhibitionismus” aus.

Die Gründe, die jedoch für ein E-Portfolio sprechen, sind vielfältig und gehen meiner Meinung nach über die Mehrwerte, die Marcel Kirchner im Tutorblog anspricht, hinaus.
Es gibt da eine Zielgruppe, für die ein E-Portfolio ganz besonders infrage kommt. Ich möchte kurz vorstellen, wen ich meine: