Buecherwecker.de – Studententipp

Buecherwecker.de – Studententipp

19. Jun

Für viele Studenten steht die unangenehme Zeit eines jeden Semesters wieder vor der Tür. Fuer viele ist diese Zeit zwangsläufig mit dem Ausleihen vieler Bücher aus der örtlichen Bibliothek verbunden. Hier ein Tipp, zum Sparen von Mahnkosten.

Sven Stefani verfolgt dieses ehrgeizige Projekt, vergessene Bücher und unnötige Mahnkosten der Vergangenheit angehören zu lassen. Dazu registriert man sich auf buecherwecker. de um dort dann aus einer umfangreichen Liste die eigene Unibibliothek auszuwählen. Die meisten Unibibliotheken nutzen mittlerweile eine Online-Benutzerkonto und genau das nutzt der Bücherwecker. Um den Dienst also nutzen zu können, muss man entweder die Zugangsdaten zu den Bibliothekssystemen in die Bücherwecker-Datenbank speicher oder auf einem eigenen Webspace im Internet hinterlegt werden. Dafür wird dann das BücherweckerRemote-Skript benötigt.

Bücherwecker entstand aus privatem Engagement, weshalb es nicht auszuschließen ist, dass mal ein Fehler bei der Kommunikation zwischen den Datenbanken auftritt. Gerade, wenn die Unibibliotheken etwas an ihren Benutzerkonten ändern, ohne dies vorher mitzuteilen. Aber gerade Datenschutz schreibt der Autor groß, weshalb man sich zumindest hier keine Gedanken machen sollte.

Rezension: Generation Doof(e Autoren)

Rezension: Generation Doof(e Autoren)

20. Mai
Titelbild \"Generation Doof\"

Generation Doof (klick gelangt zu amazon)

Wie blöd sind wir eigentlich? Dieser Leitsatz war den Autoren Anne Weiss und Stefan Bonner Frage und Aussage genug, um darüber ein 334 Seiten dickes Buch zu schreiben. Eine Art Blitzlichtanalyse sollte es werden. Verblödet eine ganze Generation? Diese Frage versuchen die Autoren auf den Grund zu gehen.

Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. So steht die Einleitung auf dem Klappentext des Buches. Eine gewisse Provokation ist an dieser Stelle richtig platziert. Allerdings provozieren diese Zeilen den Leser vor allem gegenüber den Autoren.

Dieses Buch ist eine einzige Katastrophe. Es bedient die Klischees konservativer Gesellschaftspessimisten nur zu Genüge und katapultiert sich dabei ohne große Anstrengung selbst ins Abseits. Die Autoren sind lediglich in der Lage mäßig lustige und selbst konstruierte Beispiele zu formulieren, die einem schon nach Kapitel 1 ein regelmäßiges Gähnen bescheren.

Das Buch plädiert auf Lexikonwissen. Der alles sagende Generation-Doof-Test lautet wie folgt:

  1. Wie heißt der erste deutsche Bundespräsident?
  2. Wie heißen die 3 längsten Flüsse Deutschlands?
  3. Durch welche Bundesländer fließen sie?

Selbst seien sie nicht in der Lage die Fragen zu beantworten. Damit entziehen sie sich mit ihrem Buch jeglicher Verantwortung. Um das zu belegen, hätten sie allerdings diese Fragen gar nicht erst stellen müssen. Schon ohne diesen ultimativen Doofen-Test wird schnell klar, dass es den Autoren nur um plakativ-populistische Prangerfragen geht ohne auch nur den Ansatz einer Lösung parat zu haben.

“Eines steht zumindest fest: Die geistige Fähigkeit der Generation Doof schrumpfen immer weiter auf Bröckchengröße. Das Hirn des Durchschnittsschülers scheint weniger Kapazitäten zu besitzen als ein alter Commodore 64. Gedächtnisforscher haben herausgefunden, dass der geistige Arbeitsspeicher eines Schülers nur zu zwanzig Prozent vom Lehrer gefüllt wird, weitere zwanzig Prozent werden vom Sitznachbarn beansprucht. Die restlichen sechzig Prozent dösen im Standby-Modus vor sich hin.” (Generation Doof, Seite 87)

Nach so einem Absatz liegt die Annahme nahe, dass vor allem die Selbstreflexionsbereiche der Autorenhirne gemütlich im Standy-Modus schlummern. Jeglichen statistischen oder sonstigen Nachweis sucht man vergeblich.

Es ist völlig richtig, dass sich die Wissensschwerpunkte in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Wie viele Menschen ziehen heute einen unmittelbaren persönlichen Vorteil daraus, einen Schiller oder Goethe zitieren zu können? Eher weniger. Die Anforderungen haben sich ganz einfach verändert.

Die gute alter Zeit von vor 80 Jahren beschwören die Autoren, dabei sind sie selbst noch keiner 40 Jahre alt. Mentale Frühvergreisung?

Prädikat: Mangelhaft.

Eigene Meinung bilden? Generation Doof bei amazon kaufen (und dem frischr-Blog ein paar Prozent schenken).