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BarCamp – zu welchen Wurzeln wollen wir?

Juli 29th, 2009 Hannes gepostet in Events, web 2.0 3 Kommentare » 972 mal gelesen

Es ist schon interessant. Die Tage vor dem SocialMediaCamp Berlin wurden begleitet von einer Diskussion über eine Art von Verkommerzialisierung der BarCamps durch Profiteure. Vor kurzem unterhielt ich mich mit @getoliverleon und er beklagte ebenfalls ein Format, was droht in eine Veranstaltung für Schnorrer zu verkommen. Und gestern schob @pixelsebi die Diskussion erneut an mit einem Vorschlag für ein BarCamp Berlin reloaded: Teilnahme nicht bedingungslos möglich, Teilnehmeranzahl begrenzt, keine Sessionvorgaben (Dauer, Inhalt, Art und Weise), verpflichtende Dokumentation und begrenzte Anzahl an Sponsoren. Zuspruch gibt es.

Es scheint also ganz offensichtlich unter einer signifikanten Anzahl der BarCamp-Akteure der Bedarf zu bestehen, etwas am Status Quo zu verändern. Dem würde ich mich sogar anschließen. Der geringe Mehrwert und Output eines BarCamps soll erhöht werden.

Aber genau hier habe ich ein Problem mit der momentanen Stimmung. Es fühlt sich so an, als würde hier versucht eine entstandene Eigendynamik künstlich zu beschränken, in dem sich der elitäre Kreis der Contentmafia gründet. Und jeder, der jetzt möglichst laut schreiend zustimmt hat damit die Aufnahmeprüfung in jenen elitären Kreis bestanden. Aber die Forderung, die Teilnahme einzuschränken ist falsch. Das Problem liegt nicht in den Teilnehmern. Wir müssen hier zwei Dinge unterscheiden:

1. Teilnehmer

Es ist doch gerade die Offenheit des Formats, die viele Leute anlockt, die erst mal in die Szene reinhorchen möchten. Wer sein erstes, zweites oder drittes BarCamp besucht muss doch nicht gleich zwangsläufig eine derart interessante Botschaft mitbringen, die eine eigene Session rechtfertigt. Genau jenes “networking”, welches pixelsebi als Teilnahmegrund ausschließen möchte, ist doch ein unglaublich attraktiver Punkt an einem BarCamp. Durch die für mich geringe Hemmschwelle (keine Teilnahmegebühr) verreise ich eben mal hunderte Kilometer, ohne Sorge zu haben, ich könnte vielleicht nicht genügend Output aus der Veranstaltung mitnehmen. Schon ein, zwei neue Kontakte sind für mich Grund genug. Damit wären wir beim zweiten Punkt:

2. Content/Output

Wieso muss ein BarCamp-Wochenende auf Gedeih und Verderb irgendwelche fertigen Konzepte, Gründungsideen oder Forschungsberichte hervorbringen? Ist es nicht völlig ausreichend, dass man sich an einem Wochenende in einem Team Interessierter zusammen findet und anschließend effiziente Arbeit leistet? Ich bringe da noch mal meine grafische Veranschaulichung ein, wie ich mir die Content-Entwicklung eines BarCamps idealerweise vorstelle:

BarCamp schematisch

30 Tage vor dem BarCamp: sporadische Zusammenarbeit auf einer Plattform. Am BarCamp-WE: konzentrierte, kollaborative Zusammenarbeit. Danach: Vielfalt auf diversen Plattformen

Die Forderung ” jeder Teilnehmer muss eine Session halten” hört sich für mich nach der Sorge an, entweder zu viele freie timeslots oder vermeintliche Nutznießer zu haben, die nur zuhören und nicht selbst sprechen. Auch diese Logik erschließt sich mir nur unter dem o.g. Elitegedanken. Denn zum einen kann ich mich an kein BarCamp erinnern, an dem wir zu wenig Sessions zu beklagen hatten und zu anderen ist die Nur-Teilnahme völlig legitim. Wer will denn vorher wissen, dass ein Teilnehmer, der keine Session hält, nicht aktiv die Diskussion während einer Session voran treibt?

Fazit

Ich denke, die Reduzierung auf ein Wesentliches, was das räumliche und organisatorische Umfeld eines BarCamps angeht, wäre schon völlig ausreichend, um die Qualität der BarCamps aufrecht zu erhalten oder meinetwegen wieder herzustellen. Kein Telekom-Repräsentanzgebäude, kein Drei-Gänge-Menü, keine Tombola. Sondern ein Künstlerhaus mit Chili con carne, wie in Essen, ist doch perfekt! Und wer kommen will, der darf kommen.

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SocialMediaCamp – SocialMedia Monitoring Tools

Juni 25th, 2009 Hannes gepostet in Events, Net Economy 4 Kommentare » 1,510 mal gelesen

Lgo_SMC2009

Erste Session ist durch: Social Media Monitoring von @stefanHH. Wie ist der Status Quo, was gibt es für Tools?

Tools gibt es massig. Und vor allem unterscheiden sich die Tools alle recht wenig voneinander. Sie tun im Grunde das gleiche: Das (soziale) Web crawlen auf der Suche nach Meinungen zu bestimmten Keywords. Bessere Tools können Stimmungen erkennen und Reports aufwändig und übersichtlich darstellen.

Eine Liste an Tools

kostenlos oder freemium

Technorati, Google Blog Search, Twingly, Social Mention Search, Filtrbox, Addict-to-matic, StepRep

kostenpflichtig

trackur, Scoutlabs, radian 6 (ein sehr ausgereiftes Tool), Techrigy SM 2 (gutes, umfangreiches Tool, bedarf eine gewisse Einarbeitungsphase, recht teuer, funktionier nicht gut für DE), Synthesio (FR), Infegy Socialradar, BlueReport (CH), cloudtracker (noch im alpha-Stadium, DE)

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SocialMediaCamp Berlin 2009 – Tag 1

Juni 25th, 2009 Hannes gepostet in Events, Gesellschaft Keine Kommentare » 864 mal gelesen

Das #smcb09 steht in den Startlöchern. Das SocialMediaCamp findet in einer Messehalle der Messe Berlin statt, die somit als Location-Sponsor auftritt. Parallel finden das MonetisationCamp und die Messe IT-/Online-Profits statt.

Diese Konstellation bewirkte schon im Vorwege ziemlichen Gegenwind von “BarCamp-Minister” Franz Patzig, der das BarCamp-Format in seiner Ursprungsidee in Gefahr sieht. Er befürchtet, dass PR-Profiteure nur auf den hipness-Zug aufspringen wollen und aus diesem Grunde BarCamps veranstalten, ohne den Grundgedanken dabei zu verfolgen (das Camp entsteht aus seiner Community heraus, die Community als der einzige Wächter).

Ich werde beide Camps heute besuchen und mir ein eigenes Bild machen. Ich erwarte jedoch, viele bekannte BarCamp-Gesichter zu treffen und mache mir deshalb wenig Sorgen, dass nicht ausreichend Community-Wächter vor Ort sein werden, die auf die Partizipation aller achten.

Im Übrigen halte ich es für Haarspalterei zu behaupten, ein BarCamp verkomme ins kommerzielle, weil ein paar StartUpler ihre Brand-Shirts tragen.

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