MediaCampus – das Problem mit der Botschaft05.08.09
Nachdem das neue Logo und damit ein „Neustart“ für die öffentliche Wahrnehmung von MediaCampus ins Leben gerufen wurde, geht es jetzt weiter darum, konkrete Maßnahmen umzusetzen die das Projekt weiter voran bringen.
Die Intention des Projekts, die vier Zielgruppen (Interessierte, Studierende, Dozenten und Unternehmen) zum miteinander kommunizieren zu bringen setzt voraus, dass hierfür auch eine Basis geschaffen wird, über die kommuniziert wird: Eine technische Plattform, und der Inhalt. Unser bisherige Basis war lediglich unsere Website und die Projektdatenbank. Beides ist in vielen Belangen nicht optimal. Zu viel Text, zu unverständlich, zu schwammig.
Das Problem
Die Botschaft. Wann immer man TU-Studierende, die mit MediaCampus noch nicht in direktem Kontakt standen, über das Projekt befragt, bekommt man zweierlei Antworten: Entweder „nie gehört“ oder „die präsentieren Projekte“. Letzteres ist nicht falsch. Aber es ist schlicht nicht die Eigenschaft, mit der wir ausschließlich in Verbindung gebracht werden wollen. Die Projektdatenbank ist nur Mittel zum Zweck, Studierende in Projekten zum kooperieren bewegen zu wollen.
Was lernen wir also? Man nimmt uns nur mit dem wahr, was wir wirklich tun. Denn die Datenbank ist auf Studentenseite das Einzige, was MediaCampus bisher in die Realität umgesetzt hat. Dass diese Datenbank einen zweifelhaften Mehrwert bietet (was man der mäßigen Teilnahme entnehmen kann) scheint ein weiteres Problem zu sein. Der Grund: Zum einen die Datenbank selbst (schlechte Usability), zum anderen der Mehrwert der Datenbank, der nicht sofort einleuchtet und falsch kommuniziert wurde.
Unsere Lösung
… setzt nun an verschiedenen Punkten an.
- Unsere Eigenpräsentation: Klarere Botschaft. Die Idee von MediaCampus muss weiter im Vordergrund stehen und klarer verständlich sein. Die Idee ist nicht so kompliziert, als das sie 1.000 Worte bräuchte. Eigentlich ist sie so einfach, dass sie in ein paar Bildern kommuniziert werden kann. Deshalb habe ich in einer ruhigen Stunde vier Piktogramme entworfen, die unsere Zielgruppen symbolisch darstellen.

Die Zielgruppensymbole. Interessierte, Studierende, Mitarbeiter, Unternehmen
Uns geht es also darum, die vier Zielgruppen kommunikativ zusammen zu bringen, wobei die Art und Weise diese Kommunikation unterschiedlich ist. Ein Beispiel dabei ist die Projektdatenbank, über die Studierende nach außen kommunizieren können, was sie geleistet haben oder für was sie noch Mitstreiter suchen. Die Symbole werden Aufgaben unser Basiskommunikation von MediaCampus übernehmen.
- Ich hatte eingangs erwähnt, dass wir eine Kommunikationsbasis schaffen müssen. In dem vor kurzem veröffentlichten Social Media Marketing Leitfaden stellt die BITKOM anschaulich die Leistungsfähigkeit des Dreigestirns Blog-Twitter-Facebook dar. Dieses Dreigespann soll nun auch auch den MediaCampus-Karren in Fahrt bringen. Unsere Website wird ein Weblog mit Extras. Dabei stellt das Weblog die inhaltliche Basiskomponente dar, in der MediaCampus Gespräche in Gang bringen soll: Vorstellung von studentischen Projekten, Neuigkeiten für die Medienstudiengänge und vor Allem interessante interne Informationen. Facebook (bzw. StudiVZ und vielleicht auch das sPi) ist für uns ein Marktplatz, auf dem wir für unsere Idee schreiben (oder besser: schreien?) werden. Neben der direkten Offline-Ansprache ist dies der Erstkontakt zu vielen Studenten. Twitter dient letztendlich als eine Art Hybridmedium für eine Mischung aus Newsverbreitung und networking-tool. Aber auch als Monitoring- und Feedback-Tool.
- Die Datenbank, unser Baby. Wie schon erwähnt wird sie derzeit überarbeitet. Wir möchten eine deutlich höhere Usability erreichen. Einfache Bedienung, leichte Verständlichkeit, ein besseres Look & Feel. Leider fehlen uns die technischen Ressourcen, um das Projekt in der Geschwindigkeit voran zu treiben, in der es mir lieb wär.
Trotz der genannten neuen Kommunikationsmaßnahmen, bleibt unsere wichtige Aufgabe, die Kompetenzen von MediaCampus zu erweitern. Wir werden unsere Tätigkeit im neuen Semester auf dem Campus weiter ausbreiten – vor allem offline. Social Media Marketing ist cool. Aber nicht immer eindrucksvoll genug. Schließlich brauchen wir eine Dinge, über die wir in unserer Kommunikationsbasis sprechen können.

Vielen Dank für die kritische Reflexion! Sehr hilfreich für weitere Planungen in der PR-Arbeit
Da hast du die Probleme gut getroffen. Wir sehen als weiteres Problem, MediaCampus den Studenten tatsächlich auch als Teil des Campusalltags begreifbar zu machen. Das würde die Akzeptanz der Initiative bei Studierenden und Dozenten sicher steigern.
Kristin, ja das ist in der Tat eine Herausforderung. Man muss jetzt nur aufpassen, dass man erst was tut und anschließend drüber spricht. Dann wird die Akzeptanz auch größer sein.
Das klingt alles sehr interessant! Aber aufpassen, dass nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird (facebook?!).
Da Medienprojekte wahrscheinlich meistens aus dem Freundeskreis heraus entstehen, sollte das Hauptaugenmerk wirklich nicht auf die Projektdatenbank gerichtet werden, sondern darauf, endlich (mehr) Unternehmen aus der Medien- und Kommunikationsbranche als Kooperationspartner für die TU zu gewinnen. Gartenzwergmuseen und Heimatverein geben sich stattdessen in Sachen Medienprojekt die Klinke in die Hand und Studenten verkaufen sich dabei regelmäßig unter Wert.
Eigentlich ist es eine Schande, dass die an den Medienstudiengängen beteiligten Institute das über die Jahre noch nicht wirklich geschafft haben – oder nicht konsequent verfolgen?. Vielleicht kann MediaCampus hier ja als Katalysator wirken.
Was eine rein studentische (?) Initiative wie MediaCampus in dieser Hinsicht leisten kann, wird sich erst noch zeigen. Und ob die SocialMedia-Attacke dafür auch das Richtige Instrument ist.
Da muss schon ganz schön tief in der PR-Trommel gerührt werden. Unbedingt auch seitens der Uni.
Obwohl ich das Konzept grundsätzlich sehr gut finde, bin ich skeptisch, ob es auch genug Ambitionen und Engagement auf Institutsseite geben wird, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Dafür sind mir persönlich – bis auf wenige Ausnahmen – zumindest die IfMK-Dozenten/Leitung nicht gerade bekannt.
Hallo Philipp!
Vielen Dank für Deinen anregenden Kommentar!
Du hast völlig recht. Ein langfristiges Ziel sollte der Aufbau von Kontakten zu Unternehmen sein. Ein Vorgängerprojekt von MediaCampus hat genau hier angesetzt und sich leider völlig überhoben. Das Problem war, dass die Unternehmen das Projekt/das Institut/die Uni überhaupt nicht für voll genommen haben. Eine “Kontaktmesse” ist mangels Teilnehmern kurzfristig abgesagt worden. Unser Ziel ist es jetzt, bevor wir aktiv auf Unternehmen zugehen, das Projekt und die “Marke” zunächst auf dem Campus zu etablieren. Zu etablieren als den Ansprechpartner für eben jene Kontakte. Und dazu wollen wir jetzt erst mal Projekte sammeln, um zu zeigen, was die Studis hier eigentlich alles cooles machen.
Jedoch ist Dein Gedanke und Wunsch auf jeden Fall wichtig und sollte bei der Kommunikation des Projekts berücksichtigt werden.
Und dann noch zu Deiner Social Media-Kritik: Mag sein, dass wir da etwas über die Stränge schlagen. Aber ich persönlich bin ein großer Fan von Social Media Marketing. Und wenn wir es schaffen uns auch über diesen Weg zu etablieren, dann ist das unsere erste Referenz für die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Und dass wir nicht gleich drei Xing-Gruppen gründen, sondern uns erstmal auf das Dreigestirn Facebook-Twitter-Weblog stützen, ist einfach Teil des Konzepts.
Aaah! Danke, Hannes. Vielleicht hab ich mich da zu weit aus dem Fenster gelehnt. Mit dieser Vorgeschichte erschließt sich mir die Strategie schon eher.
“Tue Gutes und rede [erst dann] darüber”
Läuft.